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Erbrecht

Durch das Erbrecht besteht für den Erblasser bereits zu Lebzeiten die Möglichkeit nach seinem Tod sein Eigentum und auch sonstige übertragbare Rechte (Erbschaft) auf andere Menschen (Erben) zu übertragen. Die freie Entscheidung des Erblassers seine Erben nach seinem Willen auszusuchen (Testierfreiheit), wird durch den Pflichtteil begrenzt. Nach diesem Recht (§ 2303 BGB) können nahe Angehörige (Kinder, Eltern oder der hinterbliebene Ehegatte) ein Recht auf einen Mindestanteil des Erbes geltend machen.

Die Vermögensübertragung kann durch einen Erbvertrag, ein Testament, aber auch gesetzlich bestimmt werden. Neben einem solchen Vermögensnachlass werden aber auch etwaige Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers auf seine Erben übertragen. Der Erbe haftet dann auch für Schulden des Erblassers. Daher können sich aus einer Erbschaft sowohl Rechte als auch Pflichten für die Hinterbliebenen ergeben. Die Erbfolge, als Schutz des persönlichen Eigentums, wird durch Art. 14 GG gesichert. Eine konkrete gesetzliche Umsetzung dieses Schutzes findet sich im fünften Buch des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in den §§ 1922 ff., aber auch im Sachen- und Familienrecht.

FAMILIENRECHT

Das Familienrecht findet sich hauptsächlich im 4. Buch in den §§ 1297 – 1921 BGB. Es regelt die Rechtsbeziehungen zwischen Personen, die durch Ehe, Familie, Lebenspartnerschaft oder Verwandtschaft miteinander verbunden sind. Die Familie wird im Grundgesetz durch Art. 6 GG besonders geschützt. Nur den Erziehungsberechtigten kommt das Recht zur Erziehung und Pflege des Kindes zu. Diese Erziehung wird durch den Staat lediglich sichergestellt und überwacht. Gegen den Willen der Eltern darf ein Kind deshalb nicht von der Familie getrennt werden, es sei denn, diese kommen ihrer Erziehungspflicht nicht nach oder es droht eine sonstige Verwahrlosung des Kindes. Besondere Bedeutung im Familienrecht hat die Verwandtschaft. Durch sie sind Unterhaltspflichten, die gesetzliche Erbfolge, Ge- und Verbote der Eheschließung sowie die Vormundschaft bestimmt. Auch im Strafrecht spielt die Verwandtschaft bei der Bestrafung eine Rolle, so können etwa Handlungen gegenüber Verwandten milder bestraft werden. Verwandtschaft im eigentlichen Sinne bildet sich aus der Verbindung von mehreren Personen, die durch ihre gemeinsame Abstammung bestimmt werden. Diese wird unterteilt nach gerader Linie (Vater, Sohn) und seitlicher Linie (Geschwister). Der Grad der Verwandtschaft bestimmt sich aus der Anzahl der sie verbindenden Geburten (§ 1589 I BGB). Daneben gibt es auch eine Verwandtschaft unter rechtlicher Betrachtung (§ 1741 BGB), so unterfallen der Verwandtschaft im rechtlichen Sinne die Adoption, aber z.B. auch die Stiefgeschwister.